ZEICHNEN, DAS IST DAS LEBEN
In „Die Synagoge“ erzählt Joann Sfar, wie er in Nizza aufwuchs, bei seinem Vater, einem erfolgreichen Anwalt. Er erzählt von langweiligen Gottesdiensten, Prügeleien mit Neonazis und davon, was es bedeutet, Jude zu sein in einem Frankreich, das dem Antisemitismus immer mehr Raum gewährt. In „Der Götzendiener“ erforscht der Zeichner, Autor und Regisseur den Ursprung seiner Kunst. Den findet er in seiner Mutter oder vielmehr der Leere, die sie hinterließ. Sfars Mutter starb, als er drei Jahre alt war. Sie war Malerin. Das Zeichnen, erklärt der junge Sfar im Comic seinem Rabbi, „ist mein Dialog mit ihr.“ Die jüdische Gemeinde, in der er aufgewachsen ist, steht Bildern misstrauisch gegenüber: Bilder oder Skulpturen zu schaffen, die die Welt darstellen, sei „Götzenanbetung“, sagt der Rabbi. Doch der Drang…
