Psychologie ist heute, wie so viele andere Bereiche, für die man früher einmal wirkliche Expertise benötigte, demokratisiert. Einschätzungen zum mentalen Zustand einer beliebigen Person werden von Hobbypsychologen am Dinnertisch abgegeben, natürlich nicht, ohne vorher ausgiebig den berühmten Diagnostiker Dr. Google befragt zu haben. Die Diagnose lautet, weil das ein gehyptes Social-Media-Thema ist, dann auch gerne: Der Typ ist ein Narzisst. Menschen, die sich selbst gut finden, haben deswegen keinen guten Stand mehr. Sie sind in den Augen der anderen größenwahnsinnige Monster, ohne jede Fähigkeit zur Empathie, durchtrieben von bösen Absichten. Das Netz ist voll von ihren Opfern, die einem alles über ihre Manipulationstechniken (Gaslighting) und den Ausweg aus der toxischen Beziehung (Kontaktabbruch) erklären. Früher war ja ein Mann, der aufgrund seiner Selbstverliebtheit einer Frau das Herz gebrochen hatte, einfach nur…
