Was, wenn man von einem Diamantenraub erzählt, ohne ihn zu zeigen? Die Idee, einen Gangsterfilm zu inszenieren, der sich komplett über die Erzählung der Handelnden erklärt, nicht über die Bilder, ist die geniale Ausgangsbasis, mit der Quentin Tarantino seinen ersten Kinofilm nicht nur finanziell schlank halten konnte, sondern auch erstmalig bewies, wie sensationell er Figuren charakterisieren kann. Dabei half ihm außerdem die Idee, den am Raub beteiligten Gangstern Farbnamen zu verpassen. Das bot nicht nur die Möglichkeit für vortreffliche Streitigkeiten (warum muss man nun ausgerechnet akzeptieren, „Mr. Pink“ zu heißen), man konnte den Charakteren dadurch auch noch mehr Konzentration schenken. Die Reduktion auf fast lediglich einen Schauplatz, in dem die Situation blutig eskaliert, ist ein weiterer Kniff, mit dem Tarantino seiner Art, Filme zu drehen, schon früh einen individuellen Stempel…
