LIEBEN ZUM UNENDLICHEN
Mario Martín Gijón und José F. A. Oliver suchen nach der Kraft, die uns über die letzte Schwelle trägt: Leben und Lieben klingen nicht nur ähnlich, beide großen Worte eint auch der zeitliche Verlauf. Im Fall von Mario Martín Gijóns Gedicht scheinen sie sogar beinah dasselbe zu sein, was nicht zuletzt der gemeinsame Ausklang, der hier auch typografisch – „(lie/le)ben“ – hervorgehoben wird, verdeutlicht. Beiden Bewegungen wohnt auf den ersten Blick eine Grenze inne. Denn die Zeit, die wir auf Erden haben, ist limitiert, ist „endlich“. Wertvoll wird sie durch die amouröse Energie von Leidenschaft und Fürsorge. Wenn also ein Ich seinen Pfeil in Richtung eines Du sendet, bekommt das „zeitver gehen“ einen Sinn. Überdies geht das Ich ins Du über. Aus zweien wird eins. Aus Verschmelzung…
