Heute sprechen wir ein wenig übers Essen oder zumindest über Hitze. Die Einbrenne, Grundlage für Suppen, Saucen und Klangbrühe, ist für erfahrene HiFi-Köche ja nichts Neues: Mehl, in heißer Butter aufgekocht, respektive zunächst eine Woche Verstärkerlaufzeit zum „Einbrennen“. Ohne dieses vorsichtige Anrühren, so die Kochbücher, würde die Sauce nicht schmecken. Der Verdacht, dass in solchen Rezepten eine gehörige Portion psychologischer Geschmacksverstärker steckt, liegt natürlich nahe, obwohl selbst eingefleischte Chefköche ihre Gerichte grundsätzlich mit drei Tagen Verspätung zum Test schicken, weil sie so lange anschwitzen müssen.
Ganz abgesehen davon, dass solche Aktionen in Zeiten, in denen Strom teurer als Trüffel ist, ohnehin diskutabel sind, bin ich der Meinung, dass ein Verstärker, der länger als zehn Minuten dekantiert werden muss, um zu seinem vollen Bouquet zu reifen, kein Temperaturverhalten, sondern ein Temperaturproblem…
